Bauzinsen Prognose 2024 - was kommt in Zukunft auf Häuslebauer zu?

Die Bauzinsen haben sich nach einem 12-Jahreshoch im Oktober 2023 wieder deutlich entspannt. Im Januar 2024 liegen die Zinsen für ein zehnjähriges Annuitätendarlehen bei durchschnittlich 3,22 %.

Prognose für das erste Halbjahr 2024

Die Mehrheit der Experten rechnet damit, dass sich diese Seitwärtsbewegung im ersten Halbjahr 2024 fortsetzen wird. Die Zinsen dürften in einer Spanne zwischen 3 % und 4 % liegen.

Gründe für die Zinsentwicklung

Für die Entspannung der Zinsen gibt es mehrere Gründe:

  • Die Inflation in der Eurozone hat sich im Dezember 2023 auf 5,2 % verlangsamt. Dies macht es für die Europäische Zentralbank (EZB) weniger wahrscheinlich, die Leitzinsen in diesem Jahr weiter anzuheben.
  • Die Konjunkturaussichten in der Eurozone haben sich eingetrübt. Dies könnte die Nachfrage nach Krediten dämpfen und die Zinsen weiter senken.

Prognose für das zweite Halbjahr 2024

Ab dem zweiten Halbjahr 2024 könnte es zu einer leichten Zinssenkung kommen. Dies hängt davon ab, wie sich die Inflation und die Konjunktur entwickeln.

Bauzinsen Prognose

1. Was ist eine Bauzinsen Prognose und wieso ist sie so wichtig?

Unter Zinsprognose versteht man die Entwicklung der Zinsen auf den Kapitalmärkten. Beim Wetter spricht man von der Wettervorhersage und bei den Zinsen heißt das Ganze Zinsprognose. Ähnlich wie beim Wetterbericht ist es auch bei den Zinsen. Je weiter wir in die Zukunft schauen, desto ungenauer werden die Prognosen.

Finanzexperten wie Bank- oder Börsenmitarbeiter, die jeden Tag mit den Entwicklungen an den Finanzmärkten zu tun haben, können aufgrund ihres Wissens und ihrer Erfahrung jedoch relativ verlässliche Aussagen für die Zukunft treffen.

Wer eine Immobilienfinanzierung benötigt, sollte unbedingt die Zinsentwicklung im Auge behalten, denn bereits kleine Zinsunterschiede können über die Jahre zu Mehrausgaben bzw. Einsparungen von mehreren Tausend Euro führen, je nachdem, wie hoch deine Hypothek ist.

Was sind Zinsen überhaupt? Einfach gesagt sind Zinsen der Preis bzw. die Kosten für geliehenes Geld. Leiht mir meine Bank Geld, muss ich dafür einen Preis bezahlen. 

Leihe ich meiner Bank Geld (zum Beispiel in Form von Spargeld oder Termingeld), erhalte ich meinerseits eine “Belohnung” in Form von Zinsen dafür. 

Es gibt viele verschiedene Arten von Zinsen, zum Beispiel den Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB), also der “Einkaufszinssatz der Banken”, Kreditzinsen (den Verbraucher für ein Darlehen bezahlen), den Effektivzinssatz bei Krediten (der die wirklichen Gesamtkosten eines Darlehens anzeigt), Guthabenzinsen (die du für angelegtes Geld erhältst), den Realzins mit Berücksichtigung der Inflation oder den Kapitalmarktzins bei Staatsanleihen (dazu weiter unten mehr).

2. Was beeinflusst die Höhe der hiesigen Bauzinsen?

Angebot und Nachfrage an den Kapitalmärkten beeinflussen den Marktzins für Immobilienfinanzierungen erheblich. Denn auch Banken müssen die Baufinanzierungen, die sie an ihre Kunden vergeben, ihrerseits finanzieren.

Bauzinsen Prognose

Das geschieht in der Regel durch sogenannte Pfandbriefe: Die Banken verpfänden die von ihnen finanzierten Immobilien an Anleger, die ihnen Geld dafür geben, für das die Banken selbst Leihzinsen bezahlen müssen. Bezahlen die Banken für das geliehene Geld nur niedrige Zinsen, können sie später weniger Zinsen von ihren Baufinanzierungskunden verlangen. 

Die Zinshöhe für Pfandbriefe orientiert sich an der Zinshöhe für Staatsanleihen. Es besteht also ein wichtiger Zusammenhang zwischen Bauzinsen und den Zinsen für Staatsanleihen.

Die Zinshöhe für Staatsanleihen ist von der allgemeinen wirtschaftlichen Situation Deutschlands abhängig: Geht es Deutschland wirtschaftlich gut, sind Staatsanleihen sehr gefragt. Die hohe Nachfrage sorgt für hohe Kurse der Staatsanleihen, die Zinsen und Renditen sinken, die Baufinanzierungen hierzulande werden günstig.

Im Gegensatz zu kurzfristigen Zinsen (zum Beispiel für das Tagesgeldkonto) orientieren sich die hiesigen Bauzinsen also vor allem an den Renditen langfristiger Anleihen und Pfandbriefe und nicht so sehr an den Leitzinserhöhungen der Europäischen Zentralbank EZB.


Kurze Info: Eine Staatsanleihe ist quasi ein Kredit, den der Staat zur Finanzierung seiner Schulden an Anleger vergibt und mit einem gewissen Zinssatz zurückbezahlt. Je “wirtschaftlich gesünder” ein Staat ist, desto kreditwürdiger wird er eingeschätzt und desto “begehrter” werden seine Staatsanleihen.

Die Rolle der EZB bei der Zinssteuerung und Inflationskontrolle

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzt verschiedene Mittel ein, um die Inflation zu steuern, darunter auch den Leitzins. Mit der Veränderung dieses Zinssatzes kann die EZB beeinflussen, wie viel Geld im Umlauf ist. Wenn die EZB den Zins senkt, wird mehr Geld in die Wirtschaft gepumpt. Erhöht sie den Zins, wird Geld aus dem Wirtschaftskreislauf gezogen.

Ein niedriger Leitzins macht es für Banken und Investoren leichter, günstig Geld zu leihen. Das fördert die Kreditvergabe und Investitionen. Ein höherer Leitzins macht Kredite teurer, was dazu führt, dass Personen und Firmen ihre Investitionen zurückhalten. Deshalb hat die EZB mit ihrer Zinspolitik großen Einfluss auf die Kreditkonditionen in der Wirtschaft und beeinflusst damit, wie viel Geld insgesamt verfügbar ist.

Bauzinsen Entwicklung 2023

3. Was ist die Prognose für die Zinsentwicklung in 2024?

Die Bauzinsen in Deutschland sind im Jahr 2023 nach einem starken Anstieg in den ersten Monaten des Jahres wieder leicht gesunken. Im Dezember 2023 lag der Bestzins für ein 10-jähriges Hypothekendarlehen laut einem repräsentativen Beispiel bei 3,12 %, für ein 15-jähriges Hypothekendarlehen bei 3,37 % und für ein 20-jähriges Hypothekendarlehen bei 3,40 %.

Für das Jahr 2024 erwarten die meisten Experten eine Seitwärtsbewegung der Zinsen. Es ist unwahrscheinlich, dass die Zinsen in diesem Jahr spürbar sinken werden. Vielmehr ist davon auszugehen, dass sie sich auf dem aktuellen Niveau von etwa 3 % bis 4 % einpendeln werden.

Diese Prognose basiert auf mehreren Faktoren. Zum einen hat die Europäische Zentralbank (EZB) angekündigt, ihre Leitzinsen in diesem Jahr nicht zu erhöhen. Dies dürfte sich auch auf die Zinsen für Baufinanzierungen auswirken. Zum anderen ist die Inflation in Deutschland im Jahr 2024 deutlich gesunken. Dies verringert den Druck auf die EZB, die Zinsen zu erhöhen.

Natürlich kann es auch zu unerwarteten Ereignissen kommen, die die Zinsentwicklung beeinflussen. So könnte ein neuer Krieg in Europa oder eine weitere Verschlechterung der Wirtschaftslage zu einem Zinsanstieg führen.

4. Welche Faktoren beeinflussen die Zinsprognose der kommenden 10 Jahre?

Die Bauzinsen Prognose für Immobilienfinanzierungen ist von einer Vielzahl an Faktoren abhängig und unterliegt Schwankungen. 

Beeinflusst wird die Zinsprognose der kommenden 10 Jahre zum Beispiel durch:

Prognose Entwicklung 10 Jahre
  • die allgemeine globale geopolitische und wirtschaftliche Situation (die aktuell sehr fragil ist aufgrund der Klimakrise, Ukraine-Krieg, Energiekrise, Nachwehen der Corona-Pandemie)
  • das Immobilienangebot und die damit zusammenhängenden Marktpreise (die in Deutschland aufgrund des begrenzten Angebots nach wie vor sehr hoch sind)
  • die Entwicklung der 10-jährigen deutschen Staatsanleihen (in der Regel folgen die Darlehenszinsen in ihrer Tendenz mit nur wenigen Wochen Verzögerung)
  • EZB, Fed und Inflation: Die geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank und der US-Notenbank (Federal Reserve System, kurz “Fed”), zum Beispiel die Erhöhung oder Senkung des Leitzinses.

Denke daran: Auch in unruhigen Zeiten mit steigenden Zinsen ist dein Traum vom Eigenheim zu durchaus realistischen Konditionen realisierbar: Gerne stehen wir dir für eine persönliche Beratung zum Thema Bauzinsen Prognose. 

Ein passendes Finanzierungskonzept lässt dich auch bei steigenden Hypothekenzinsen insgesamt recht günstig davonkommen. Schließlich ist eine Investition in eine Immobilie langfristig gesehen eine sehr krisensichere Geldanlage.

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Weitere spannende Fragen und unsere Antworten zum Thema „Bauzinsen Prognose”

Die Zinsentwicklung für die Baufinanzierung unterliegt kontinuierlichen Schwankungen. Nachdem die Bauzinsen in Deutschland seit dem Jahr 2011 kontinuierlich weiter gefallen waren, gab es seit November 2021 erstmals einen deutlichen Anstieg auf über 4 Prozent (sowohl bei einer Sollzinsbindung von 10 Jahren, als auch bei einer Sollzinsbindung von 15 Jahren).

Laut Statista.com lag der durchschnittliche Zinssatz im Mai 2022 bei einer Sollzinsbindung von 10 Jahren bei 2,59 Prozent, bei einer 15-jährigen Bindung bei 2,83 Prozent. Im Mai 2023 betrug der Zinssatz dann im Schnitt 3,84 Prozent (bei einer Sollzinsbindung von 10 Jahren) und bei 3,99 Prozent bei einer Sollzinsbindung von 15 Jahren.

Zurückzuführen sind die höheren Zinsen unter anderem mit dem Anstieg des Leitzinssatzes der Europäischen Zentralbank. Dieser liegt seit dem 10. Mai 2023 bei 3,75 Prozent.

Einen absoluten Tiefststand erreichte der Zinssatz der Europäischen Zentralbank am 16. März 2016. Damals lag er bei 0 %.

Die neuerliche Anhebung des Leitzinses der Europäischen Zentralbank Anfang Mai 2023 zeigte keine größeren Auswirkungen auf die Kreditvergabe der Immobilienfinanzierer. Aufgrund der anhaltend hohen Inflation ist auf kurze Sicht dennoch nicht mit einem Absinken der Bauzinsen zu rechnen.

Die Prognose der Zinsentwicklung für die nächsten 10 Jahre sieht derweil folgendermaßen aus: Es grenzt an Kaffeesatzleserei, die Zinsentwicklung bis 2030 und darüber hinaus vorauszusagen. Kein Experte kann eine solche Aussage auf seriöse Art und Weise treffen. Zu viele Faktoren nehmen Einfluss auf die Zinsentwicklung und bestimmte Black-Swan-Ereignisse (unerwartete Ereignisse in der Wirtschaft mit schwerwiegenden Auswirkungen) können den Leitzins maßgeblich beeinflussen.

Experten gehen jedoch in Basisszenarien von einem Leitzins zwischen 1 und 3 Prozent bis 2030 aus. Seit Gründung der EZB im Jahr 1998 schwankte der Leitzins zwischen 0 Prozent (2016) und 4,75 Prozent (2000).

Die Zinsprognose für 2023 sehen Experten so: Für die Zweite Jahreshälfte 2023 wird mit einem Zinsanstieg über die 4-Prozent-Marke gerechnet. Dementsprechend handelt es sich bei der Prognose der Zinsentwicklung für 2023 um eine abwartende Seitwärtsbewegung ohne allzu große Ausschläge.

Da es sich bei der Prognose der Zinsentwicklung und der Zinsprognose deiner Baufinanzierung um höchst dynamische Prozesse handelt, die ständigen Schwankungen unterworfen (und auch von deiner persönlichen Bonität abhängig ist), empfehlen wir dir ein persönliches Beratungsgespräch mit Tobias Rösch.

Der Immobilienexperte aus Plankstadt ist jederzeit am Puls der Zeit und kennt Mittel und Wege, damit du dir auch in schwierigen Zeiten deine Traumimmobilie budgetgerecht leisten und finanzieren kannst.

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