Haus geerbt - Was jetzt zu tun in 2024

Das Wichtigste in Kürze

1. Einleitung

Haben Sie gerade ein Haus geerbt? Inmitten der Trauer um einen geliebten Menschen sehen Sie sich plötzlich mit einer neuen Realität konfrontiert: dem Erbe einer Immobilie. Freude über das Erbe vermischt sich mit Fragen und Unsicherheiten. Was muss jetzt geklärt werden? Welche Entscheidungen stehen an?

Ein Erbe anzutreten ist nicht nur mit emotionalen Herausforderungen verbunden, sondern erfordert auch ein klares Vorgehen. Schätzungen zufolge wird in Deutschland bei etwa jeder zweiten Erbschaft eine Immobilie vererbt [Quelle: wohnen-und-finanzieren.de]. Um Sie bei der Bewältigung dieser Situation zu unterstützen, bietet dieser Blog einen umfassenden Leitfaden zum Thema "Haus geerbt - Was nun?".

Wir durchleuchten gemeinsam die wichtigsten Schritte, die nach dem Erbfall notwendig sind. Dabei erfahren Sie, welche Unterlagen Sie benötigen, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen und welche Optionen Ihnen für das geerbte Haus offenstehen. Ob Sie das Haus selbst nutzen, vermieten oder verkaufen möchten, dieser Blog hilft Ihnen bei der Entscheidungsfindung.

Unser Ziel ist es, Ihnen Klarheit und Orientierung zu verschaffen. So können Sie die Herausforderungen rund um das geerbte Haus souverän meistern und die besten Entscheidungen für Ihre Zukunft treffen.

2. Was muss man tun, wenn man ein Haus geerbt hat?

Nach dem emotionalen Schock des Verlustes gilt es den Kopf zu bewahren und sich um die Formalitäten rund um das Erbe zu kümmern. Hier ein Überblick über die wichtigsten Schritte, die Sie nach Erhalt der Todesnachricht unternehmen sollten:

1. Beantragung des Erbscheins:

Ein Erbschein ist ein amtliches Dokument, das Sie als rechtmäßigen Erben ausweist. Sie benötigen ihn in der Regel für die Umschreibung des Grundbuchs und die Abwicklung weiterer Angelegenheiten. Der Erbschein wird beim Nachlassgericht Ihres letzten Wohnortes des Verstorbenen beantragt.

Tipp: Handeln Sie zügig! Die Beantragung des Erbscheins sollte innerhalb von drei Monaten nach Kenntnis vom Erbfall erfolgen [Quelle: Bundesministerium der Justiz, juris.bundesregierung.de]. Sollten Sie im Ausland wohnen, verlängert sich diese Frist auf sechs Monate.

Folgende Unterlagen benötigen Sie in der Regel für die Beantragung:

Achten Sie auf entstehende Kosten: Die Gebühren für den Erbschein richten sich nach dem Wert des Nachlasses. Eine genaue Auskunft erhalten Sie direkt beim Nachlassgericht.

2. Klärung der Erbengemeinschaft:

Sind mehrere Personen zum Erben bestimmt, bilden Sie automatisch eine Erbengemeinschaft. Innerhalb dieser Gemeinschaft müssen alle Entscheidungen bezüglich des Hauses gemeinsam getroffen werden. Das bedeutet: Kein Erbe kann eigenständig über das Haus verfügen, ohne die Zustimmung der anderen Miterben.

Tipp: Um spätere Streitigkeiten zu vermeiden, empfiehlt sich ein offener Austausch und eine transparente Kommunikation innerhalb der Erbengemeinschaft. Hilfreich kann es sein, frühzeitig gemeinsame Ziele bezüglich des Hauses zu formulieren (z.B. Verkauf, Vermietung, Eigennutzung).

3. Prüfung des Testaments:

Existiert ein Testament des Verstorbenen, sollten Sie dieses unbedingt prüfen lassen. Möglicherweise enthält es Auflagen oder Bestimmungen zur Verteilung des Erbes, die Einfluss auf die weitere Vorgehensweise haben.

Tipp: Wenden Sie sich bei komplexen Testamenten an einen Fachanwalt für Erbrecht. Dieser kann Sie kompetent beraten und sicherstellen, dass die testamentarischen Wünsche des Erblassers rechtens umgesetzt werden.

4. Kontaktaufnahme mit Banken und Versicherungen:

Sind mit dem geerbten Haus bestehende Konten (z.B. Girokonto, Baufinanzierung) oder Versicherungen (Hausratsversicherung, Gebäudeversicherung) verbunden, müssen Sie die jeweiligen Institute über den Erbfall informieren. In der Regel ist die Vorlage eines Erbscheins notwendig, um die Konten auf Ihren Namen umschreiben zu lassen.

Tipp: Prüfen Sie die bestehenden Verträge und Versicherungen genau. Entsprechen sie noch Ihren Bedürfnissen oder können Sie günstigere Angebote finden?

5. Grundbuchberichtigung:

Um als neuer Eigentümer im Grundbuch eingetragen zu werden, müssen Sie die Grundbuchberichtigung beantragen. Hierfür benötigen Sie in der Regel den Erbschein und einen Nachweis über die Unbedenklichkeitserklärung des Finanzamtes (sofern Erbschaftsteuer anfällt).

Beachte: Handeln Sie innerhalb von zwei Jahren nach dem Erbfall, um von reduzierten Gebühren zu profitieren [Quelle: Bundesnotarkammer, notarkammer.de]. Spätere Umschreibungen können mit höheren Kosten verbunden sein.

Welche Kosten kommen auf mich zu, wenn ich ein Haus erbe?

Ein Haus zu erben klingt erst einmal nach einem Gewinn. Allerdings sollten Sie sich auch über die möglichen Kosten im Klaren sein, die mit einem Immobilien-Erbe verbunden sind.

Hier ein Überblick über die wichtigsten Kostenpunkte:

1. Erbschaftsteuer:

Je nach Wert des Hauses und Ihrem Verwandtschaftsverhältnis zum Verstorbenen fällt unter Umständen Erbschaftsteuer an. Der Gesetzgeber sieht für verschiedene Erben sogenannte Steuerklassen vor, die mit unterschiedlichen Freibeträgen verbunden sind [Quelle: Bundesfinanzministerium].

Beispiel: Erben Sie als Kind ein Haus im Wert von 450.000 € von Ihren Eltern, fällt in diesem Fall keine Erbschaftsteuer an. Der Wert des Hauses liegt unterhalb Ihres Freibetrags von 400.000 €.

Tipp: Nutzen Sie unbedingt die Ihnen zustehenden Freibeträge! Überschreitet der Wert des Hauses den Freibetrag Ihrer Steuerklasse, wird der darüber liegende Betrag mit einem progressiven Steuersatz zwischen 7 und 50 Prozent besteuert.

2. Gerichtskosten für den Erbschein:

Die Gebühren für den Erbschein richten sich nach dem Wert des gesamten Nachlasses, nicht nur nach dem Wert des Hauses. Je höher der Wert des Nachlasses, desto höher fallen die Gebühren aus.

Beispiel: Bei einem Nachlasswert von 30.000 € liegen die Kosten für den Erbschein ungefähr bei 125 €, wohingegen bei einem Nachlasswert von 500.000 € bereits Gebühren von bis zu 935 € fällig werden [Quelle: Immobilienverband Deutschland IVD,].

3. Grundbuchgebühren:

Auch die Grundbuchberichtigung, die Sie als neuen Eigentümer ausweist, ist mit Gebühren verbunden. Günstiger wird es, wenn Sie die Umschreibung innerhalb von zwei Jahren nach dem Erbfall vornehmen lassen [Quelle: Bundesnotarkammer,].

4. Anfallende Renovierungsarbeiten:

Möglicherweise ist das geerbte Haus renovierungsbedürftig. Instandhaltungsmaßnahmen können zusätzliche Kosten verursachen. Wägen Sie hier ab, welche Arbeiten zwingend notwendig sind und welche Investitionen sich lohnen.

5. Maklergebühren (im Falle eines Verkaufs):

Entscheiden Sie sich für den Verkauf des Hauses, sollten Sie die Maklergebühren einkalkulieren. In der Regel betragen die Maklercourtagen zwischen 3 und 7 Prozent des erzielten Verkaufspreises.

Sparen Sie Kosten:

Durch vorausschauende Planung und voraussichtiges Handeln können Sie die Kosten rund um Ihr geerbtes Haus minimieren.

4. Haus geerbt verkaufen: Ja oder Nein?

Ein geerbtes Haus stellt Sie vor eine wichtige Entscheidung: Sollten Sie das Haus behalten, vermieten oder verkaufen? Die Antwort hängt von verschiedenen Faktoren und Ihren persönlichen Lebensumständen ab.

Argumente für den Verkauf des Hauses:

Aktuelle Marktdaten zeigen: Im Jahr 2023 lag der durchschnittliche Preis für Ein- und Zweifamilienhäuser in Deutschland bei 4.034 Euro pro Quadratmeter [Quelle: LBS Research,]. Je nach Lage und Zustand des geerbten Hauses kann der Verkaufserlös also eine beträchtliche Summe darstellen.

Argumente gegen den Verkauf des Hauses:

Tipp: Lassen Sie vor einer Verkaufsentscheidung den aktuellen Marktwert des Hauses von einem qualifizierten Sachverständigen ermitteln. So erhalten Sie eine realistische Einschätzung des Verkaufserlöses.

Entscheidungshilfe:

Anstatt direkt zu verkaufen, können Sie das Haus auch zunächst vermieten und später gegebenenfalls verkaufen. So sichern Sie sich laufende Mieteinnahmen und haben die Möglichkeit, die Verkaufsentscheidung zu einem späteren Zeitpunkt zu treffen.

5. Haus geerbt verkaufen: Wie und wann?

Haben Sie sich für den Verkauf des geerbten Hauses entschieden, gilt es nun, den Verkaufsprozess optimal zu steuern. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle: der ideale Verkaufszeitpunkt, die Abwicklung des Verkaufs und hilfreiche Tipps für eine erfolgreiche Vermarktung.

Der ideale Verkaufszeitpunkt:

Ablauf eines Hausverkaufs:

Tipps für einen erfolgreichen Hausverkauf:

Vergessen Sie nicht: Als Erbe benötigen Sie in der Regel die Zustimmung aller Miterben, um das Haus rechtskräftig verkaufen zu können. Stimmen Sie sich also innerhalb der Erbengemeinschaft frühzeitig ab und klären Sie die Vorgehensweise beim Verkauf.

Durch die richtige Preisstrategie stellen Sie sicher, dass Ihr Mehrfamilienhaus die Aufmerksamkeit erhält, die es verdient, und maximieren Ihre Chancen auf einen schnellen und profitablen Verkauf.

6. Kann man ein geerbtes Haus sofort verkaufen?

Die kurze Antwort lautet: Ja, unter bestimmten Voraussetzungen können Sie ein geerbtes Haus grundsätzlich sofort verkaufen. Allerdings sollten Sie dabei einige rechtliche Rahmenbedingungen beachten:

Tipp: Lassen Sie sich von einem Fachanwalt für Erbrecht beraten, um die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Verkauf Ihres geerbten Hauses im Detail zu klären. So können Sie mögliche Fallstricke vermeiden und einen rechtssicheren Verkaufsprozess sicherstellen.

7. Wie lange muss man ein geerbtes Haus behalten?

Die Frage, wie lange man ein geerbtes Haus behalten muss, beschäftigt viele Erben. Die Antwort ist einfach: Es gibt keine gesetzliche Vorschrift, die Sie dazu verpflichtet, ein geerbtes Haus für einen bestimmten Zeitraum zu behalten. Die Entscheidung liegt vollständig bei Ihnen.

Entscheidungsfreiheit für Erben:

Als Erbe haben Sie die volle Entscheidungsfreiheit, was Sie mit dem geerbten Haus machen möchten. Sie können es:

Faktoren, die Sie bei Ihrer Entscheidung berücksichtigen sollten:

Tipp: Wägen Sie die Vor- und Nachteile jeder Option sorgfältig ab und treffen Sie die Entscheidung, die Ihren persönlichen Zielen und Bedürfnissen am besten entspricht. Es gibt keine "richtige" oder "falsche" Entscheidung.

Zusätzliche Informationen:

8. Wie lange muss man ein geerbtes Haus behalten?

Die Frage, wie lange man ein geerbtes Haus behalten muss, beschäftigt viele Erben. Die Antwort ist einfach: Es gibt keine gesetzliche Vorschrift, die Sie dazu verpflichtet, ein geerbtes Haus für einen bestimmten Zeitraum zu behalten. Die Entscheidung liegt vollständig bei Ihnen.

Entscheidungsfreiheit für Erben:

Als Erbe haben Sie die volle Entscheidungsfreiheit, was Sie mit dem geerbten Haus machen möchten. Sie können es:

Faktoren, die Sie bei Ihrer Entscheidung berücksichtigen sollten:

Tipp: Wägen Sie die Vor- und Nachteile jeder Option sorgfältig ab und treffen Sie die Entscheidung, die Ihren persönlichen Zielen und Bedürfnissen am besten entspricht. Es gibt keine "richtige" oder "falsche" Entscheidung.

Zusätzliche Informationen:

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